Die Räume zwischen den Verletzungen

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Schmerz kommt oft in Wellen, unerbittlich und scharf. Doch zwischen diesen Wellen liegen die Räume, die leicht übersehen werden: die Pausen, die stillen Strecken, die Momente, in denen nichts passiert. In diesen Lücken beginnt subtile Heilung.

Diese Räume löschen Verletzung nicht aus. Sie drängen nicht auf Abschluss. Sie bieten etwas Leiseres: die Möglichkeit zu atmen, ohne Urteil zu fühlen, die Bruchstücke des Lebens zu bemerken, die ungebrochen bleiben. Eine sanfte Brise durch ein halb offenes Fenster, das stetige Summen ferner Stimmen, ein Stuhl, der nah an ein warmes Feuer gerückt ist – diese kleinen Markierungen der Kontinuität erinnern uns, dass Leben selbst mitten im Leiden fortbesteht.

Für diejenigen, die schwieriges Gelände navigieren, werden die Räume zwischen den Verletzungen entscheidend. Sie erlauben Reflexion, kleine Wiederherstellung und das sanfte Neuverweben des Selbst. In diesen Pausen wird Widerstandskraft leise geübt. In diesen Lücken lernt man, dass Überleben nicht nur darin besteht, Schmerz auszuhalten, sondern auch die Räume zu bewohnen, die folgen, wie flüchtig sie auch sein mögen.

Vielleicht liegt die wahre Kunst der Heilung nicht darin, Verletzung zu vermeiden, sondern die Räume dazwischen zu erkennen und zu bewohnen. Welche Momente der Stille haben dir Heilung angeboten, wenn der Schmerz am stärksten gegenwärtig war?

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