Manches Wissen liegt nicht leicht. Es setzt sich langsam ab, wie Sediment am Grund des Wassers. Man trägt es, ohne Aufmerksamkeit zu fordern, ohne Erwartung, dass jemand anders seine Präsenz bemerken wird. Es ist unsichtbar, doch beharrlich, und formt Haltung, Stimmung und die stillen Räume zwischen Gedanken.
Es ist ein sanftes Gewicht, weil es beständig ist. Nicht explosiv, nicht dramatisch. Doch es stößt auf subtile Weise an, enthüllt die Zerbrechlichkeit dessen, was für selbstverständlich gehalten wird. Entscheidungen werden schwerer. Gespräche werden abgewogen. Lachen hält gelegentlich inne, unterbrochen vom Bewusstsein unsichtbarer Schichten unter der Oberfläche gewöhnlicher Momente.
In diesem Gewicht liegt keine Schuld, nur Beharrlichkeit. Kein Führer, nur sein stilles Beharren. Man bemerkt es am meisten, wenn die Welt beiläufig wirkt, unbekümmert, unbeschwert. Dann ist der Kontrast am schärfsten – die Leichtigkeit der anderen gegen den steten Zug im Inneren. Und die Ironie ist, dass das Gewicht manchmal ein Geschenk ist. Es ermöglicht Beobachtung. Es gewährt Voraussicht. Es lehrt Geduld. Es vertieft Empathie, leise, ohne Belohnung.
Doch Wissen wie dieses vereinfacht das Leben nicht. Es verkompliziert das Einfache. Es wandelt Klarheit in Reflexion, Gewissheit in Zögern. Man kann es nicht weitergeben, nicht austauschen, nicht erleichtern. Man lernt nur, mit ihm zu gehen. Und das Gehen mit ihm lehrt etwas Unerwartetes: Dass Zuvielwissen weniger mit Fakten zu tun hat als mit Perspektive, mit dem zarten Rhythmus, über das Gesprochene hinaus zu sehen.
Und so bleibt es – ein sanftes, unsichtbares Gewicht. Es zu tragen mindert nicht die Präsenz. Manchmal verstärkt es sie. Manchmal erinnert es einen an die Distanz zwischen innerem Verständnis und äußerer Erwartung. Und in diesem Raum, still, unbemerkt, geht das Leben weiter, geformt von den Dingen, die man nicht sagen kann, aber nicht ignorieren kann.
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